Als neuer Spieler im HRR sieht man sich der Qual der Wahl der passenden ID gegenübergestellt. Zu Beginn der Simulation werden die meisten Ämter noch Sim-Off übertragen, um eine Grundlage zu schaffen für ein reibungsloses Sim-On-Spiel. Später aber kann man nur noch zwischen Diener, Söldner, Bürger und Patrizier wählen. Um für Charaktere des Mittelalters einen passenden Namen zu finden, wurde eine Namensliste mit Vorschlägen ausgearbeitet.

Kommen wir aber nun zu den verschiedenen Karrieren:

Was die kirchlichen Karrieren anbelangt, so unterscheiden wir zunächst einmal zwischen der weltgeistlichen und der ordensgeistlichen Karriere. Derzeit gibt es den weltgeistlichen Zweig im Erzbistum Prag, den ordensgeistlichen in Form des Deutschen Ordens mit der Komturei in Prag sowie der Benediktiner-Abtei ebenda.

In der Weltgeistlichkeit beginnt man in jedem Falle mit der niedrigsten Stufe der höheren Weihegrade, dem Subdiakon. Als nächstmögliche Beförderung folgt die Diakonswürde, danach die des Kaplans, also des Stellvertreters eines Pfarrers. Über dem Pfarrer, der nächsten Stufe, steht der Dekan, darüber der Archidiakon als Stellvertreter des Erzbischofs.

Im Deutschen Orden beginn man entweder als Knappe (wenn man später zum Ordensritter aufsteigen will), als Ritterbruder (nur möglich, wenn man bereits die weltliche Ritterwürde innehat), als Priesterbruder (Voraussetzung hierzu ist zumindest das weltgeistliche Amt des Kaplans) oder als Sariantbruder (nichtadelige Laien, die als leichtbewaffnete Kämpfer, Kuriere und untergeordnete Verwaltungsbeamte dienen). Als Ritter wiederum hat man Aufstiegsmöglichkeiten zum Kellermeister, Küchemeister oder Wachhauptmann, zum Komtur (Leiter einer Komturei) sowie zum Landkomtur (Leiter der Kammerballei Böhmen).

Eine weitere Form der Karriere ist die Hofkarriere am Kaiserhof.

Hier gibt es zunächst die Unterscheidung in Kanzlei und Hofverwaltung.

Voraussetzung für die Kanzlei ist das Bürgerrecht. Man beginnt immer als Sekretär und untersteht der Aufsicht des Obersekretärs, der wiederum dem Vizekanzler und dieser schließlich dem Oberstkanzler untergeordnet ist.

Für die Hofverwaltung hingegen wird der Adel vorausgesetzt. Die bedeutendsten Ämter sind hier der Obersthofmeister, der Oberstkämmerer und der Obersthofmarschall sowie der Siegelbewahrer, der als einziger Zugriff auf das kaiserliche Siegel hat.

Die nächste große Karriereleiter ist die des Adels und der Söldner bzw. Soldaten.

Hier beginnt man in der Adelshierarchie in der Regel als Page (unter 14 Jahren) bzw. Knappe (ab 14 Jahren). Nur adelige Pagen werden hierbei Edelknappen mit garantiertem Aufstieg zum Ritter, die nicht-edlen Knappen müssen sich dazu besonders hervortun. Es folgt die Ritterwürde, auf diese die des Burgherrn, des Grafen, des Pfalz-, Mark- Land- oder Burggrafen (im Reich). Es gibt darüber noch die Ebene der Herzoge, die aber kaum erreicht werden dürfte. Ganz an der Spitze steht der Kaiser.

Daneben gibt es noch die Söldner- bzw. Soldatenlaufbahn.

Man steigt hier als nicht-festangestellter Söldner ein, kann über den bereits regelmäßig besoldeten Grad des Soldaten über den Leutnant und Unterhauptmann bis zum Hauptmann aufsteigen. Letzterem ist bei besonderen Leistungen der Ritterschlag möglich.

Eine weitere wichtige Karriereleiter ist die städtische Karriere.

Was die Stadtverwaltung anbelangt, so steht diese sowohl Patriziern als auch Bürgern offen. Als Bürger beginnt man hier entweder als Stadtdiener bzw. als Stadtwache, kann sich über den Stadtschreiber bzw. Oberwächter und Gardisten bis zum Ratsassistenten bzw. Waffenmeister emporarbeiten, die beide im Stadtrat sitzen, allerdings ohne Stimmrecht. Patrizier steigen sofort als Ratsassistent bzw. Gardist ein. Auf den Ratsassistenten folgt das Amt des Stadtrats, das es auch in der spezifischeren Ausprägung als Bau-, Pacht- oder Zollmeister zu erlangen gibt. Darüber steht der Stadtkämmerer als Stellvertreter des Bürgermeister, der vom jeweils amtierenden Bürgermeister bestimmt wird. Der Bürgermeister selbst wird alle zwei Monate vom Stadtrat gewählt.

Was die übrigen städtischen Berufe anbelangt, so unterscheiden wir zunächst zwischen Bankier (nur Juden gestattet), Krämer bzw. Händler (nur Patrizier von Anfang an), Kellner und Gastwirt (nur Patrizier von Anfang an) und Knecht und Bauer (nur Patrizier von Anfang an). Es gibt daneben noch die Handwerksberufe (Barbier, Bäcker, Brauer, Färber, Gerber, Goldschmied, Handwerker, Kupferschmied, Kürschner, Maler, Müller, Sattler, Schlächter, Schneider, Schuster, Spengler, Steinmetz, Tischler, Töpfer, Wagner, Weber, Wundarzt), die alle mit der Erlangung des Meistergrades honoriert werden können (hierzu ist eine Prüfung vor der Meisterzunft zu absolvieren). Es seien noch die "unehrlichen Berufe" des Totengräbers und Scharfrichters genannt, mit wenig Ansehen, aber einem sicheren regelmäßigen Einkommen verbunden.
   
 www.heiliges-roemisches-reich.at